Anti- Gewalt- Training
Das Anti-Gewalt-Training basiert auf den Prinzipien der konfrontativen Pädagogik und richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene mit auffälligem, grenzüberschreitendem oder gewalttätigem Verhalten.
Grundlage bildet der Ansatz von Jens Weidner:
klare Konfrontation, eindeutige Verantwortungsübernahme und gezielte Verhaltensänderung.
Das Training ist kein therapeutisches Angebot und verfolgt keinen unrealistischen Anspruch von Gewaltfreiheit.
Ziel ist die Entwicklung einer reflektierten und kontrollierten Umgangsweise mit Aggression.
Zielgruppe
Das Angebot richtet sich an:
- Jugendliche und Heranwachsende (ca. 14–21 Jahre)
- Teilnehmer mit aggressivem, impulsivem oder gewalttätigem Verhalten
- junge Menschen mit gerichtlichen Auflagen oder freiwilliger Teilnahme
- Gruppen aus Schulen, Jugendhilfe oder offener Jugendarbeit
Die Arbeit erfolgt in klar abgegrenzten, homogenen Gruppen, um Offenheit, Verbindlichkeit und wirksame Prozesse zu ermöglichen.
Ziel des Trainings
Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, Gewalt zu erkennen, zu verstehen und zu kontrollieren.
Die Teilnehmer lernen:
- eigene Aggression frühzeitig wahrzunehmen
- Auslöser und Dynamiken ihres Verhaltens zu verstehen
- Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen
- alternative Handlungsstrategien zu entwickeln
- Konflikte ohne Gewalt zu lösen
Ziel ist eine nachhaltige Verhaltensänderung im Alltag – nicht nur im Training.
Methodischer Ansatz
Das Training arbeitet bewusst konfrontativ und praxisnah.
Zentrale Elemente sind:
- geführte Gruppenprozesse mit klarer Struktur
- direkte Konfrontation mit eigenem Verhalten
- Einbezug der Opferperspektive
- Arbeit mit Gruppendynamiken und sozialer Kontrolle
- realitätsnahe Übungen und Simulationen
Ein zentrales Element ist der sogenannte „heiße Stuhl“, in dem Teilnehmer ihr Verhalten offen reflektieren und sich mit den Konsequenzen auseinandersetzen.
Rahmenbedingungen
- Gruppengröße: 6–12 Teilnehmer
- Dauer: ab 80 Stunden (über mehrere Monate)
- Durchführung in festen, verbindlichen Gruppen
- Teilnahme nach Vorgespräch / Auswahlverfahren
Das Training wird von qualifizierten Anti-Gewalt- und Deeskalationstrainern durchgeführt und eng durch pädagogische Fachkräfte der Einrichtung begleitet.
Ergebnis
Das Anti-Gewalt-Training führt zu:
- höherer Selbstkontrolle
- reduzierter Gewaltbereitschaft
- klarerem Sozialverhalten
- mehr Handlungssicherheit im Alltag
Ziel ist eine stabile Entwicklung hin zu verantwortungsbewusstem und sozial verträglichem Verhalten.
Inhalte und Schwerpunkte
Das Training verbindet Selbstreflexion, Gruppenerfahrung und konkrete Handlungskompetenz:
Selbstwahrnehmung & Reflexion
- eigene Gewaltmuster erkennen
- Täter- und Opferrollen verstehen
- Stärken und Schwächen realistisch einschätzen
Umgang mit Aggression
- körperliche und emotionale Signale frühzeitig wahrnehmen
- Spannungen regulieren und kontrollieren
- aggressive Impulse konstruktiv nutzen
Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit
- Provokationen aushalten und steuern
- klare und wirksame Kommunikation entwickeln
- Konflikte aktiv und gewaltfrei lösen
Soziale Kompetenz & Empathie
- Perspektivwechsel einnehmen
- Auswirkungen des eigenen Handelns verstehen
- Respekt, Grenzen und soziale Regeln verinnerlichen
Handlungssicherheit im Alltag
- Verhalten in Bedrohungs- und Konfliktsituationen
- Entwicklung konkreter Strategien
- Übertrag in Schule, Alltag und soziale Systeme